Ursachen
Die
Krätze wird bei engem körperlichen Kontakt mit infizierten Personen übertragen
- auch beim Geschlechtsverkehr. Besonders häufig befallen die Milben die
Fingerzwischenräume, Haut um den Bauchnabel, Brustwarzen bei Frauen und
den Penis bei den Männern.
Das Infektionsrisiko ist dort am größten, wo Menschen sehr eng
zusammenleben: Kindergärten, Schulen oder Asylantenheime sind ideale Orte
für die Verbreitung der Milben.
Gelegentlich werden die Milben auch durch Kleidung übertragen, die von
mehreren Personen getragen wird oder nicht bzw. nur unzulänglich
gewaschen wird. Infektionsquellen sind auch Bettwäsche, Matratzen,
Bettvorleger, Decken, Plüschtiere, Kissen, Handtücher, Thermometer oder
Blutdruckmanschetten übertragen.
Symptome
Die
Erstinfektion zeigt sich oft erst nach sechs Wochen, wenn ein juckender
Ausschlag entsteht. Folgende Erscheinungen und Symptome treten auf:
Die Milbengänge sind als feine rötliche Linien erkennbar, deren Ende
leicht erhöht ist, weil sich die Milbe dort aufhält. Die Haut ist oft
stark entzündet (wie bei einer Neurodermitis); manchmal bilden sich Bläschen
aus.
Es kommt zu juckenden Hauterscheinungen. Die Patienten kratzen sich und es
entstehen kleine oberflächliche Hautverletzungen, die von Bakterien
besiedelt werden. Schließlich kann sogar ein eitriger Hautausschlag
entstehen.
Der Juckreiz ist besonders nachts in der Bettwärme unerträglich.
Diagnose
Der
Verdacht auf Krätze besteht bei jeder Person mit den typischen
Hauterscheinungen, insbesondere mit unerklärlich starkem Juckreiz. Zunächst
sucht der Arzt mit einer starken Lupe nach Bohrgängen und Hautknötchen.
Zusätzlich versucht man, die Milben oder ihre Eier mikroskopisch
nachzuweisen. Mit einem Skalpell oder einem scharfen Löffel werden die
Milben aus den Gängen gekratzt. In seltenen Fällen wird eine Hautbiopsie
aus einer verdächtigen Stelle entnommen.
Prognose
In
den meisten Fällen lässt sich die Krätze erfolgreich behandeln. Das
alleinige Abtöten der Milben bedeutet aber nicht unbedingt
Symptomfreiheit. Nach dem Abschluss der Therapie kann es noch Tage bis
einige Wochen dauern, bis die Hautveränderungen abgeheilt sind. Die
Ursache ist, dass der Körper allergisch auf noch lebende, aber nicht mehr
vermehrungsfähige sowie auf tote Milben reagiert.
Skabies unterliegt dem Infektionsschutzgesetz. Erkrankte Personen, die in
Gemeinschaftseinrichtungen wie Schulen, Kindergärten oder Kinderkrippen
arbeiten, dürfen diese erst wieder betreten, wenn eine ärztliche
Bescheinigung beweist, dass sie komplett milbenfrei sind.
Quellen
Robert
Koch-Institut; Steigleder: Dermatologie und Venerologie