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Krätze (Scabies)   Krätze - Info (Robert-Koch-Institut)    Krätze - Info Landesgesundheitsamt

 

Beschreibung

Krätze (Skabies) ist eine ansteckende und stark juckende Hauterkrankung. Verursacher des immer häufiger auftretenden Leidens sind Krätzmilben.

Die befruchteten Milbenweibchen graben kleine Gänge in die Haut und legen dort ihre Eier ab. Nach ungefähr drei Wochen entwickeln sich daraus geschlechtsreife Krätzmilben. Es entsteht eine neue Milbengeneration, die sich weiter vermehrt.

Krätze kann sich schnell ausbreiten. Sind Kinder und Jugendliche auf engem Raum zusammen, ist das Ansteckungsrisiko besonders hoch. In Deutschland ist die Ausbreitungsgefahr im Herbst und im Winter größer als zu anderen Jahreszeiten. Skabies ist eine nach dem Infektionsschutzgesetz meldepflichtige Erkrankung.

Sarcoptesmilbe

Sarcoptesmilbe

 


Therapie

Medikamente

Die Krätze verschlimmert sich mit der Zeit und heilt auch nicht von selbst ab. Eine Therapie ist deshalb unbedingt notwendig. Partner und Familienmitglieder sollten immer mit behandelt werden, auch wenn sie keine Symptome zeigen.

Der gesamte Körper wird mit einem geeigneten Anti-Skabies-Mittel behandelt. Manchmal reicht eine einmalige Behandlung, ansonsten muss sie wiederholt werden. Oft wird ein Lindan-haltiges Mittel eingesetzt. Für Schwangere und stillende Frauen ist es allerdings ungeeignet, weil das Mittel in geringen Mengen über die Haut aufgenommen wird. Hier werden andere Mittel eingesetzt.

 

Was Sie selbst tun können

Waschen Sie Ihre Kleidung und Bettwäsche bei 60°C.

Möbel wie Betten, Sessel und Fußbodenbeläge sollten Sie intensiv mit dem Staubsauger absaugen.

Plüschtiere und Schuhe lassen sich schnell durch Einfrieren in der Tiefkühltruhe milbenfrei machen.

Textilien können Sie auch 14 Tage in Plastiksäcke einpacken - die Milben können dann keine Menschen mehr befallen.

 

Ursachen

Die Krätze wird bei engem körperlichen Kontakt mit infizierten Personen übertragen - auch beim Geschlechtsverkehr. Besonders häufig befallen die Milben die Fingerzwischenräume, Haut um den Bauchnabel, Brustwarzen bei Frauen und den Penis bei den Männern.
Das Infektionsrisiko ist dort am größten, wo Menschen sehr eng zusammenleben: Kindergärten, Schulen oder Asylantenheime sind ideale Orte für die Verbreitung der Milben.
Gelegentlich werden die Milben auch durch Kleidung übertragen, die von mehreren Personen getragen wird oder nicht bzw. nur unzulänglich gewaschen wird. Infektionsquellen sind auch Bettwäsche, Matratzen, Bettvorleger, Decken, Plüschtiere, Kissen, Handtücher, Thermometer oder Blutdruckmanschetten übertragen.

 

Symptome

Die Erstinfektion zeigt sich oft erst nach sechs Wochen, wenn ein juckender Ausschlag entsteht. Folgende Erscheinungen und Symptome treten auf:
Die Milbengänge sind als feine rötliche Linien erkennbar, deren Ende leicht erhöht ist, weil sich die Milbe dort aufhält. Die Haut ist oft stark entzündet (wie bei einer Neurodermitis); manchmal bilden sich Bläschen aus.
Es kommt zu juckenden Hauterscheinungen. Die Patienten kratzen sich und es entstehen kleine oberflächliche Hautverletzungen, die von Bakterien besiedelt werden. Schließlich kann sogar ein eitriger Hautausschlag entstehen.
Der Juckreiz ist besonders nachts in der Bettwärme unerträglich.

Diagnose

Der Verdacht auf Krätze besteht bei jeder Person mit den typischen Hauterscheinungen, insbesondere mit unerklärlich starkem Juckreiz. Zunächst sucht der Arzt mit einer starken Lupe nach Bohrgängen und Hautknötchen.
Zusätzlich versucht man, die Milben oder ihre Eier mikroskopisch nachzuweisen. Mit einem Skalpell oder einem scharfen Löffel werden die Milben aus den Gängen gekratzt. In seltenen Fällen wird eine Hautbiopsie aus einer verdächtigen Stelle entnommen.

 

Prognose

In den meisten Fällen lässt sich die Krätze erfolgreich behandeln. Das alleinige Abtöten der Milben bedeutet aber nicht unbedingt Symptomfreiheit. Nach dem Abschluss der Therapie kann es noch Tage bis einige Wochen dauern, bis die Hautveränderungen abgeheilt sind. Die Ursache ist, dass der Körper allergisch auf noch lebende, aber nicht mehr vermehrungsfähige sowie auf tote Milben reagiert.

Skabies unterliegt dem Infektionsschutzgesetz. Erkrankte Personen, die in Gemeinschaftseinrichtungen wie Schulen, Kindergärten oder Kinderkrippen arbeiten, dürfen diese erst wieder betreten, wenn eine ärztliche Bescheinigung beweist, dass sie komplett milbenfrei sind.

Quellen
Robert Koch-Institut; Steigleder: Dermatologie und Venerologie

 

 

 

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