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Das Norovirus kommt

So schützen Sie sich

Therapie bei erfolgter Infektion

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Robert-Koch-Institut befürchtet Epidemie von Magen-Darm-Infekten

 

Noch vor der für die nächsten Wochen erwarteten Grippewelle sieht das Berliner Robert-Koch-Institut mit Sorge eine Epidemie von heftigen Magen-Darm-Erkrankungen durch Deutschland ziehen: "In diesem Winter werden wir aller Voraussicht nach einen neuen Rekordstand an Norovirus-Infektionen verzeichnen", sagt Institutspräsident Reinhard Kurth. Das Norovirus macht sich mit starkem Erbrechen und Durchfall bemerkbar.

29.01.2007

 

Es sei mit bis zu einer Million Erkrankten zu rechnen, sagt Kurth und ruft die Menschen deshalb zur strikten Beachtung der gängigen Hygieneregeln auf wie Händewaschen nach jedem Toilettengang. Die Symptome klingen zwar meist binnen 48 Stunden ab, doch für sehr junge und sehr alte Menschen sieht Kurth dem Bericht zufolge Gefahr: Im vergangenen Jahr habe sein Institut 19 durch Noroviren verursachte Todesfälle erfasst.

 

Widerstandsfähig und ansteckend

Das Virus, das früher als Norwall-like-Virus bezeichnet wurde, ist sehr widerstandsfähig und hoch ansteckend, meist wird es von Mensch zu Mensch übertragen. Die massivste Verbreitung hat es deshalb in der kalten Jahreszeit zwischen Oktober und April, ideale Voraussetzungen zum Springen von Mensch zu Mensch findet es in Gemeinschaftseinrichtungen wie Kindergärten, Schulen, Krankenhäusern sowie Alten- und Pflegeheimen.

 

Das Virus wird über den Stuhl und Erbrochenes ausgeschieden, Infektionen sind auch über infizierte Gegenstände und Kleidung möglich. Im Falle von Erkrankungen wird deshalb im Umgang mit dem Patienten die Verwendung von Handschuhen, Mund-Nasen-Schutz und Kitteln und Desinfektionsmitteln empfohlen, die gegen Viren wirken. Alle Oberflächen, auch Türgriffe, mit denen der Erkrankte Kontakt hatte, sollten desinfiziert werden. Auch eine separate Toilette für den Erkrankten sei angebracht. Bettwäsche und Kleidung sollten in einem geschlossenen Sack verwahrt und über 60 Grad gewaschen werden.

 

Viele Übertragungswege

Auch über infizierte Speisen wie Salate, Krabben und Muscheln oder verunreinigtes Wasser ist eine Ansteckung möglich. Erkrankte verlieren wegen des heftigen Erbrechens und Durchfalls rasch große Mengen Flüssigkeit; der Verlust sollte trotz der Übelkeit ausgeglichen werden, denn er stellt gerade für Kinder und Ältere eine große Gefahr dar. Erkrankte fühlen sich schwach, klagen über Bauch-, Kopf- und Gliederschmerzen und Mattigkeit. Gesundete Patienten können das Virus noch bis zu zwei Wochen weitergeben.

 

Noroviren sind laut RKI weltweit verbreitet und auch in Deutschland für einen Großteil der Magen-Darm-Infektionen verantwortlich. Kinder unter fünf und Erwachsene über 70 Jahren sind den Angaben zufolge besonders häufig betroffen. Die Zeit von der Infektion bis zum Ausbruch der Krankheit beträgt zehn bis 50 Stunden. Eine Impfung steht nicht zur Verfügung, auch Medikamente gegen das Virus gibt es nicht. Eine Infektion schützt zudem nicht vor der nächsten.

 

Laut früheren Informationen des Instituts begann die Norovirensaison 2006 im Vergleich zum Vorjahr früher. Bereits Anfang Dezember warnte das Institut vor einer epidemieartigen Zunahme der Krankheitsfälle, wie es ihn bereits in den Wintern 2002/2003 und 2004/2005 gegeben habe. Schuld sei in den beiden Jahren eine neue Variante des Virus gewesen.

 

Mit Material von dpa, REUTERS, AP

 

So schützen Sie sich                                   -> Inhalt

·                     Achten Sie auf penibelste Hygiene (Desinfektion von Händen, Flächen und Gegenständen)

·                     Verzichten Sie während einer Infektionswelle auf Gerichte mit Krabben und Muscheln

·                     Meiden Sie Salate und andere rohe Speisen in Gemeinschaftsküchen

·                     Garen Sie Gerichte gut durch

·                     Meiden Sie Kontakt zu erkrankten Personen

·                     Tragen Sie bei Reinigungsarbeiten in Gemeinschaftsunterkünften Handschuhe, Kittel und Mundschutz

·                     Erkrankte Personen sollten isoliert werden

·                     Waschen Sie kontaminierte Kleidung gesondert und bei mindestens 60 Grad

·                     Trinken Sie nur abgekochtes Wasser oder Mineralwasser aus unbeschädigten Flaschen

   

Therapie bei erfolgter Infektion                                          -> Inhalt

·                     Trinken Sie reichlich, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen (stille Mineralwässer, Cola, gesüßte Tees)

·                     In Apotheken sind Elektrolytpräparate erhältlich, die dem Körper Mineralien zurückführen

·                     Als Nahrung eignen sich Zwieback, Salzstangen, trockenes Brot, leichte Suppen

·                     Meiden Sie fette und blähende Speisen, Milch und Kohl

·                     Bauen Sie ihre Kost während und nach der Krankheit langsam auf

·                     Bei schwerem Flüssigkeitsverlust durch Durchfall und Erbrechen kann ein Krankenhausaufenthalt nötig sein

·                     Bei unstillbarem Erbrechen können Medikamente verordnet werden

·                     Bleiben Sie zuhause, gönnen Sie sich Ruhe und Wärme

·                     Medikamente gegen das Virus gibt es nicht. Lediglich die Symptome können behandelt werden

·                     Achten Sie besonders bei Säuglingen auf Flüssigkeitszufuhr

·                     Bei starken Krämpfen helfen krampflösende Medikamente

 

 

 

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