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Scharlach
Scharlach (Dieser
Artikel im PDF-Format)
http://de.wikipedia.org/wiki/Scharlach_%28Krankheit%29
http://www.netdoktor.de/krankheiten/fakta/scharlach_scarlatina.htm
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Beschreibung
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Scharlach
(Scarlatina) ist eine Infektionskrankheit, die durch Bakterien
(Streptokokken) verursacht wird. Es gibt mehrere Arten von Streptokokken,
die Scharlach auslösen können. Deshalb können Menschen im Lauf des
Lebens mehrfach an Scharlach erkranken.
Typisch für eine Scharlacherkrankung sind der Hautausschlag und
"Himbeerzunge". Die Ursache des Ausschlages sind Giftstoffe
(Toxine), die die Bakterien produzieren.
Am häufigsten tritt die Erkrankung bei Kindern im Vorschul- und
Schulalter auf. Säuglinge, die jünger als sechs Monate sind, erkranken
nicht. Sie haben noch einen Immunschutz von der Mutter.
Die Erkrankung tritt gehäuft in Gemeinschaftseinrichtungen auf, z.B. in
Kindergärten. Dort treffen viele Personen aufeinander, die noch nicht
immunisiert sind. Der jahreszeitliche Erkrankungsgipfel liegt in den
Monaten Oktober bis März. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts tragen
zehn bis 20 Prozent der Menschen die Keime in sich, ohne dass sie Symptome
zeigen.
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Therapie
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Medikamente
Scharlach muss mit Antibiotika
behandelt werden. Anderenfalls können später Folgekrankheiten
an Herz, Nieren oder Gelenken hinzutreten. In der Regel ist Penicillin das
Mittel der Wahl, das Sie etwa zehn Tage lang einnehmen müssen. Besteht
eine Penicillin-Unverträglichkeit (Allergie),
besteht die Möglichkeit, auf ein anderes Antibiotikum auszuweichen, z.B.
Erythromycin.
Gehen Sie nach etwa zwei Wochen nochmals zur Kontrolle zum Arzt, um mögliche
Komplikationen auszuschließen.
Was Sie selbst
tun können
 | Gehen
Sie sofort zum Arzt, wenn Sie an einer Halsentzündung mit Fieber und
einem Hautausschlag erkrankt sind.
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 | Anschließend
bleiben Sie im Bett, solange Sie Fieber haben.
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 | Fieber
(ab 39 Grad Celsius) lässt sich mit kalten Wadenumschlägen oder
fiebersenkenden Medikamenten (z.B. Paracetamol)
behandeln.
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 | Warme
Getränke und weiche Kost wie beispielsweise Brei oder Eier lindern
die Schmerzen beim Schlucken.
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 | Trinken
Sie ausreichend. Zwei Liter pro Tag werden bei Normaltemperatur
empfohlen, mit jedem Grad Fieber sollten Sie mindestens einen halben
Liter mehr trinken.
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Ursachen
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Die
Erreger von Scharlach sind Streptokokken - kugelige Bakterien, die sich in
Paaren oder Ketten anordnen. Sie werden meist durch Tröpfcheninfektion übertragen,
also durch Niesen, Husten
und Sprechen. In seltenen Fällen erfolgt die Übertragung auch durch eine
Schmierinfektion. Zwischen Ansteckung und Ausbruch der Krankheit liegen
etwa zwei bis vier Tage (Inkubationszeit).
Wird der Patient mit Antibiotika
behandelt, besteht schon zwei Tage nach der ersten Einnahme keine
Infektionsgefahr mehr. Ohne Antibiotikatherapie können sich Erwachsene
oder Kinder noch drei bis vier Wochen nach den ersten Krankheitszeichen
bei dem Infizierten anstecken.
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Symptome
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Eine Reihe von typischen Anzeichen
deutet auf eine Scharlacherkrankung hin. Sie können, müssen aber nicht
in der beschriebenen Form auftreten:
 | Die
Krankheit beginnt plötzlich mit Kopfschmerzen, Halsschmerzen,
Schluckbeschwerden und schnell steigendem Fieber.
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 | Manche
Patienten haben Bauchschmerzen und erbrechen.
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 | Der
Rachen ist rot, die Mandeln sind entzündet und man kann darauf kleine
gelb-weiße Punkte erkennen (Enanthem).
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 | Die
Lymphknoten am Hals schwellen stark an.
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 | Die
Zunge ist weiß belegt; ab dem dritten oder vierten Krankheitstag rötet
sie sich himbeerfarben (Himbeerzunge) und die Zungenbläschen (Papillen)
schwellen an.
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 | Zwei
bis drei Tage nach den ersten Krankheitszeichen wird ein Hautausschlag
sichtbar; er beginnt mit kleinen Rötungen in den Beugefalten der
Achsel und in der Leistenregion. Mit der Zeit breitet sich der
Ausschlag über den gesamten Körper aus. Der Bereich um den Mund
wirkt auffallend blass, da die Wangen stark gerötet sind.
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 | Manche
Patienten zeigen keinen oder nur einen schwachen Ausschlag, fühlen
sich aber trotzdem krank.
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 | Nach
drei bis fünf Tagen verschwindet der Ausschlag. Ein bis drei Wochen
später schält sich die Haut, vor allem an Händen und Füßen. Die
kleieförmige Schuppung kann bis zu acht Wochen andauern.
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Wird ein
Scharlach-Patient nicht ausreichend mit Antibiotika behandelt, können
sich zwei bis drei Wochen später schwere Krankheiten von Herz,
Nieren
oder Gelenken (Rheumatisches
Fieber) entwickeln, die zu lebenslangen Dauerschäden führen können.
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Diagnose
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Der
Arzt stellt die Diagnose Scharlach aufgrund des Krankheitsbildes
und eines Abstrichs
aus dem Rachenraum. Unter dem Mikroskop lassen sich die Streptokokken im
Abstrichmaterial nachweisen.
Mit
Hilfe einer Blutanalyse
kann man Abwehrstoffe
(Antikörper) gegen die Gifte der Streptokokken (Bakterientoxine)
nachweisen. Dazu gehören die Antikörper gegen das Streptolysin O (Antistreptolysin
O, ASL), das rote und weiße Blutkörperchen zerstören kann und gegen das
Enzym DNAse B (Anti-DNAse B, ADB), das die Bakterien zu ihrer Vermehrung
benötigen. Die Konzentrationen beider Antikörper
im Blut steigen zu Erkrankungsbeginn massiv an.
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Vorbeugen
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Menschen,
die engen Kontakt zu einem Erkrankten hatten, können Sie sich vorsorglich
mit Penicillin behandeln lassen (so genannte Expositionsprophylaxe, z.B. für
Lehrer oder Kindergärtnerinnen). Zwei Tage nach Beginn der
Antibiotikatherapie und bei fehlenden Krankheitszeichen dürfen sie sich
in öffentliche Einrichtungen begeben und die Arbeit wieder aufnehmen.
Ist die Erkrankung bereits
ausgebrochen, stellte die frühzeitige und konsequente Antibiotikaeinnahme
die beste Präventionsmaßnahme
dar gegen die rheumatische Karditis. Dies ist eine entzündliche Folgeerkrankung
am Herzen.
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Prognose
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Der Krankheitsverlauf ist in der
Regel gutartig. Wird der Patient frühzeitig und ausreichend lange mit
Antibiotika behandelt, tritt der Hautausschlag meist nur kurz auf. Das
Risiko von Folgeerkrankungen sinkt damit deutlich.
Ein Patient, der jedoch nicht ausreichend mit Antibiotika behandelt wurde,
kann zwei bis drei Wochen nach der Krankheit schwere Folgeerkrankungen von
Herz, Nieren, Gelenken oder Gehirn entwickeln. Dazu gehören unter
anderem:
 | Das
rheumatische
Fieber kann als rheumatische Karditis das Herz und den
Herzmuskel (Myokarditis) befallen. Langzeitfolgen sind vor allem
Narben an den Herzklappen, die zu Herzklappenfehlern
führen können.
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 | Die
akute Glomerulonephritis
ist eine Entzündung in den Nierenkörperchen (Glomeruli). In seltenen
Extremfällen kann sie eine schwere Nierenfunktionsschwäche mit
Nierenversagen bis zur Dialysepflicht hervorrufen.
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 | Unter
Chorea minor (Chorea Sydenham) versteht man eine neurologische
Bewegungsstörung mit unwillkürlichen, nicht unterdrückbaren Überbewegungen.
Aufgrund der antibiotischen Behandlung ist sie in Europa selten
geworden, in Entwicklungsländern findet man sie aber häufig.
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Toxischer
Scharlach ist ein besonders schwerer Verlauf der Scharlacherkrankung
selbst. Dabei kommt es zu hohem Fieber, Bewusstseintrübung,
Hauteinblutungen, Muskelkrämpfen und Kreislaufschock mit häufig tödlichem
Ausgang.
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Quellen
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Robert
Koch-Institut (RKI)
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