Prävention


1. Einleitung

Uns ist es wichtig, dass sich unsere Schülerinnen und Schüler in ihrer Schule wohl fühlen und ihnen Verhaltensweisen für ein respektvolles und freundliches Miteinander nahe gebracht werden.

Wir streben in unserem Schulalltag ein respektvolles Miteinander an, welches geprägt ist von Rücksichtnahme und Hilfsbereitschaft. Wir möchten die Persönlichkeit des Einzelnen achten. Körperliche oder verbale Gewalt wollen wir nicht tolerieren. Unsere Hausordnung[1] soll uns helfen, ein geregeltes und friedliches Miteinander im Schulalltag zu gewährleisten, damit sich alle Kinder an unserer Schule wohl fühlen können. So lernen sie, Unterschiede zu respektieren und bekommen ein Gefühl für ihre eigene Einzigartigkeit. Dies trägt zur Stärkung des Selbstbewusstseins und zur Fähigkeit des "NEIN" - Sagens bei.

 

 

2. Bausteine der Präventionsarbeit

Auch an unserer Schule kommt es zu Konflikten und Gewalt (verbale Grenzüberschreitungen, Ausgrenzung, Drohungen, körperliche Gewalt). Um das Ausmaß möglichst gering zu halten, umfassen die Präventionsmaßnahmen im Bereich Gewalt mehrere Bereiche.

 

 

2.1 Gewalt


2.1.1 Verbesserung der sozialen Schulqualität

Die Förderung sozialen Lernens als Gewaltprävention ist keine gesonderte Unterrichtseinheit, sondern Bestandteil im alltäglichen Unterrichtsverlauf. Die Klassenlehrkraft versucht durch gemeinsame Aktivitäten und Erlebnisse ein Wir-Gefühl zu entwickeln. Das Vereinbaren von Klassenregeln als eine Art Vertrag, soll das Vertragen untereinander regeln. Wichtig ist dabei, dass die Regeln gemeinsam erarbeitet werden. Ein angenehmes, vertrauensvolles, offenes Klassenklima ist die beste Gewaltprävention. Zur Stärkung des Gemeinschaftsgefühls haben wir an unsere Schule eine Schulkleidung eingeführt. Darunter verstehen wir Shirts und Jacken, die wir in der Schule und zu Schulveranstaltungen tragen. Die Schulkleidung unterstützt die Persönlichkeitsbildung, verhindert Ausgrenzung, stärkt das Wir-Gefühl, beschleunigt die Gruppenintegration und ist praktisch und zeitlos.

In den ersten zwei Schuljahren soll in jeder Klasse ein gesondertes Sozialtraining durchgeführt werden. Hierbei sollen die Schüler lernen, Kontakte untereinander aufzunehmen, Gefühle bei sich und Mitschülern wahrzunehmen und auszudrücken, soziale Beziehungen zu stabilisieren und zu pflegen und angemessene soziale Verhaltensweisen gegenüber Mitschülern und Lehrkräften zu entwickeln – insgesamt ein prosoziales Verhalten zu entwickeln.

Außerdem wird möglichst wöchentlich eine Stunde nach dem Faustlos-Curriculum[2] zur Förderung sozial-emotionaler Kompetenzen und zur Prävention von aggressivem Verhalten unterrichtet. Hierbei werden den Kindern Kenntnisse und Fähigkeiten in den Bereichen „Empathie“, „Impulskontrolle“ und „Umgang mit Ärger und Wut“ vermittelt. In einigen Klassen wird durch das Projekt „Klasse 2000“[3] im dritten Schuljahrgang das Thema „Gefühlen kennen und mit ihnen richtig umgehen“  ein Beitrag zur Selbstreflektion und zum sichereren Umgang mit eigenen Gefühlen geleistet (Wut-weg-Tipps). Teilweise übernehmen vierte Klassen Patenschaften für erste Klassen, sodass diese in den Pausen immer einen weiteren Ansprechpartner haben.

Auch die Umgestaltung des Schulhofes in einen naturnahen, abwechslungsreichen, kindgerechten Erfahrungsraum trägt zur Gewaltprävention bei.

Während der Pausen werden die Lehrkräfte von Eltern bei der Aufsicht unterstützt, was zur Folge hat, dass Erwachsene als Ansprechpartner schneller greifbar sind und in Konfliktsituationen rascher eingreifen können.

Als außerschulisches Angebot finden von Zeit zu Zeit Gewaltpräventionskurse des Smart-Teams[4] statt. Dabei soll eine Ich-Stärkung erreicht werden und die Fähigkeit erlangt werden, deutlich „Nein“ oder „Stopp“ zu sagen.

 

 

2.1.2 Konflikte konstruktiv bearbeiten

Kinder sollen lernen, Konflikte möglichst selber zu lösen. Dazu tragen die oben genannten Unterrichtsinhalte bei. Im dritten und vierten Jahrgang können sich interessierte Kinder zu Streitschlichtern ausbilden lassen.

In der Arbeitsgemeinschaft „ Ausbildung zum Mediatoren“ lernen die Schüler mit Streit bzw. streitenden Kinder konstruktiv umzugehen, so dass die streitenden Parteien möglichst zu einer Lösung ihres Konfliktes kommen.

Dazu müssen die angehenden Mediatoren zunächst lernen, eine freundliche Atmosphäre zu schaffen, in der sich niemand benachteiligt fühlt. Sie erklären den Streitenden Gesprächsregeln und achten auch auf deren Einhaltung. Außerdem lernen sie anderen aktiv zuzuhören und sich in die Gefühlslage des anderen hineinzuversetzen. In der Folge helfen sie den Streitenden schlechte Gefühle zu benennen und nach deren Ursache zu forschen.

Schließlich erarbeiten sie gemeinsam mit den Konfliktpartnern Lösungsvorschläge. Die akzeptierten Lösungsvorschläge werden dann in einem Vertrag schriftlich fixiert. In einem Nachtreffen wird besprochen, ob die jeweilige Konfliktlösung für beide Parteien zufriedenstellend ist.

 

Kommt es vermehrt zu starken Konflikten während der Pausen, kann jederzeit wieder eine Krisenstation eingerichtet werden, d.h. sollte es auf dem Schulhof zu einem Konflikt kommen, bringt die aufsichtführende Lehrkraft die Kontrahenten ins Elternsprechzimmer zur Krisenstation. Dort klärt eine weitere Lehrkraft in Ruhe die Situation und lässt die Schüler Vereinbarungen für ihr weiteres Handeln treffen.

 

Konflikte innerhalb der Klasse werden möglichst umgehend von der Lehrkraft und den beteiligten Kindern aufgearbeitet. Dabei sollten alle Beteiligten die Möglichkeit erhalten, ihre Sichtweise ausreichend darzustellen. Alternative Verhaltensweisen werden gemeinsam erarbeitet und Vereinbarungen getroffen. Bei Verstößen gegen die Klassenregeln sollten gemeinsam mit den Kindern Maßnahmen (Strafen) beschlossen werden.

 

Eine Reflektion sozialen Verhaltens im Unterricht kann durch wöchentliche Rituale (z.B. „Tock, tock, Zauberstock...“, „Kalte Dusche“, „Warme Dusche“) gefördert werden.

 

 

2.1.3 In Gewaltsituationen handeln

Aggressives Verhalten jeder Art muss als erstes sofort verhindert werden, d.h. die Kontrahenten werden voneinander getrennt.

Anschließend wird beruhigend  auf die Kinder eingewirkt, so dass infolge ein angeleitetes Gespräch über den Konflikt möglich wird. Dabei erhält jedes Kind die Möglichkeit, seine Wahrnehmung des Konfliktes zu schildern. Alternative Verhaltensweisen werden aufgezeigt und Vereinbarungen über zukünftiges Verhalten getroffen. Jeder Konflikt sollte möglichst zeitnah ausgeräumt werden.

Diesen ersten Maßnahmen können Mitschüler (Konfliktlotsen) oder Lehrkräfte leisten.

Sollte es zu wiederholter Gewalt kommen, muss ein Gespräch mit den Erziehungsberechtigten gesucht werden und gemeinsame Maßnahmen abgesprochen werden.

Des Weiteren kann eine Beratung im Rahmen der Aktion GELB[5] (Gemeinsame Eltern Lehrer Beratung)  oder durch SCHUBUS mit professioneller Hilfe weitere Aggressionen verhindern helfen.

 

In unserem Präventionskonzept spielen neben dem Aspekt der Gewaltprävention auch die Aspekte der Bewegung und Ernährung eine wichtige Rolle.

 

 

2.2 Bewegung

Bewegungserfahrungen haben Einfluss auf die Persönlichkeitsentwicklung eines Kindes. Sie können zu emotionaler und sozialer Stabilität sowie einem positiven Selbstkonzept verhelfen. Damit werden Kinder in ihrem Selbstbewusstsein und der Fähigkeit, in entscheidenden Situationen "NEIN" zu sagen, gestärkt.

 

Neben dem Sport- und Schwimmunterricht schaffen wir im Schulalltag zahlreiche  Bewegungsanlässe in den Unterrichtsstunden. Die Kinder sollen erfahren, dass Sport Spaß macht.

In den Hofpausen können sich die Kinder auf unserem neu gestalteten Schulhof in vielerlei Hinsicht an den Geräten bewegen. Für Regenpausen sind in jeder Klasse zahlreiche Spiele vorhanden.

Sportliche Ereignisse in der Schule über das Jahr verteilt wie Ballturniere oder die Bundesjugendspiele runden die Bewegungsanlässe ab.

 

 

2.3 Ernährung

Wir möchten in unserer Schule das Bewusstsein für eine gesunde Ernährung stärken. Neben dem reinen Wissenserwerb auf diesem Gebiet geht es auch hier um die Ausbildung eines positiven Selbstbewusstseins und um die Förderung der Ich-Stärke der Kinder. Wenn sie wissen, welche Nahrung für sie die richtige ist und auch noch selbst erfahren, dass gesundes Essen schmecken kann, können sie eher Dinge, die ihnen mehr schaden als nützen ablehnen und auch hier "NEIN" sagen.

An unserer Schule frühstücken die Kinder gemeinsam im Klassenverband mit der Klassenlehrerin. So entstehen in ruhiger Atmosphäre Anlässe, um gemeinsam ins Gespräch über gesundes Frühstück zu kommen. Die Themen "Gesundes Frühstück" und "Obst & Gemüse" werden außerdem im Sachunterricht entsprechend vertieft.

Dank der gut ausgestatteten Schulküche nutzt jede Klasse gern die Möglichkeit zum gemeinsamen Kochen bei verschiedenen Anlässen.

Für die 3. und 4. Jahrgangsstufen wird regelmäßig eine Koch-AG angeboten. Außerdem werden in diesen Klassen die Angebote des regionalen Landfrauenvereins gerne angenommen. Die Landfrauen gestalten  einen "Aktionstag Milch" und einen "Aktionstag Kartoffel", während derer die Kinder gesunde Gerichte oder Getränke zum jeweiligen Thema zubereiten und vielfältige Sinneserfahrungen machen können.

Unter dem Aspekt der Zahnprophylaxe vermittelt einmal jährlich die Schulzahnärztin des Gesundheitsamtes neben der richtigen Zahnputztechnik Informationen zum Zusammenhang von gesunder Ernährung und Zahngesundheit.

 

 

2.4 Sucht

Wir haben festgestellt, dass das Thema Sucht und Genussmittel zum Glück in unserer Grundschule nicht aktuell ist und deshalb zur Zeit keine speziellen Präventionsmaßnahmen, die über die Behandlung des Themas "Genussmittel" im Sachunterricht hinausgehen, ergriffen.



[1] s.  „Hausordnung“

[2] s.  „Faustlos“

[3] s.  „Klasse2000“

[4] s.   „SMART-TEAM“

[5] s.  „Aktion G.E.L.B.“

 

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Präventionskonzept
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